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Sanierung Checkliste – Schritt für Schritt zum Erfolg | Bina Bau

Sanierung Checkliste: Alle Schritte von der Planung bis zur Abnahme. Fehler vermeiden, Förderung nutzen, Kosten kalkulieren. Jetzt kostenlos herunterladen!

05. Juli 202610 Min. Lesezeit

Kurz & knapp:

Sanierung Checkliste Schritt für Schritt: Erfolgreiche Sanierungen folgen 8 Phasen: Bestandsaufnahme, Planung, Förderanträge stellen (vor Auftragsvergabe!), Handwerker beauftragen, Baustelle vorbereiten, Bauausführung kontrollieren, Abnahme mit Mängelprotokoll, Nachsorge. Förderanträge müssen zwingend vor der Auftragsvergabe gestellt werden.

Sanierung Checkliste – Schritt für Schritt zum erfolgreichen Sanierungsprojekt

Eine Sanierung ist eines der komplexesten Projekte, die Hausbesitzer und Wohnungseigentümer in Stuttgart unternehmen können. Ohne eine klare Struktur verliert man schnell den Überblick: Welche Handwerker müssen wann beauftragt werden? Wann muss der Förderantrag gestellt sein? Was muss vor dem Baubeginn erledigt werden? Diese umfassende Sanierung-Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch alle Phasen eines Sanierungsprojekts – von der ersten Bestandsaufnahme bis zur Schlüsselübergabe.

Phase 1: Bestandsaufnahme und Zieldefinition

Bevor ein einziger Handwerker beauftragt wird, steht die sorgfältige Analyse des Ist-Zustands und die klare Definition Ihrer Ziele.

Checkliste Bestandsaufnahme

  • [ ] Gebäude begehen: Alle Räume systematisch auf Mängel prüfen
  • [ ] Fotos dokumentieren: Schäden, Feuchtigkeit, Risse, Schimmel fotografieren
  • [ ] Baupläne besorgen: Originalpläne beim Stadtplanungsamt Stuttgart oder Archivar
  • [ ] Energieausweis prüfen: Bedarfsausweis gibt Einblick in energetischen Zustand
  • [ ] Asbest-Vorabprüfung: Bei Gebäuden vor 1990 potenzielle Asbestmaterialien kartieren
  • [ ] Denkmalschutz prüfen: Steht das Gebäude unter Schutz? Welche Auflagen gelten?
  • [ ] Leitungen prüfen lassen: Wasser, Abwasser, Elektro, Gas auf Zustand und Alter

Ziele definieren

  • [ ] Sanierungsziel festlegen (Energieklasse, KfW-Standard, barrierefrei, Neuvermietung)
  • [ ] Budget grob abstecken
  • [ ] Zeitrahmen festlegen (wann soll das Projekt fertig sein?)
  • [ ] Eigenleistungsanteil definieren (was kann selbst erledigt werden?)
  • [ ] Priorisierung: Was ist dringend, was kann warten?

Phase 2: Planung und Kostenkalkulation

Fachberatung und Planung

  • [ ] Architekten oder Planungsbüro beauftragen: Für größere Maßnahmen unverzichtbar
  • [ ] Energieberater beauftragen: Pflicht für KfW-Förderung, empfehlenswert für jede Sanierung
  • [ ] Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen: Ermöglicht 5 %-Bonus auf BEG-Einzelmaßnahmen
  • [ ] Ausführungspläne erstellen: Für alle Gewerke, mit Maßen und Materialangaben
  • [ ] Leistungsverzeichnisse (LV) erstellen: Klare Grundlage für Angebote

Mehr dazu in unserem Ratgeber [Baubegleitung Kosten](/ratgeber/baubegleitung-kosten).

Kostenkalkulation

  • [ ] Grob-Kostenschätzung: Nutzen Sie den [Sanierungsrechner auf binabau.de](/rechner)
  • [ ] Gewerke einzeln kalkulieren: Fassade, Dach, Fenster, Heizung, Bad, Böden, Maler
  • [ ] Rücklagenplanung: 10–20 % Puffer für unvorhergesehene Kosten einplanen
  • [ ] Eigenleistungskosten abziehen: Ehrlich bewerten, welche Arbeiten selbst möglich sind

Einen detaillierten Leitfaden zur Kostenkalkulation finden Sie in unserem Artikel [Sanierungskosten berechnen](/ratgeber/sanierungskosten-berechnen).

Phase 3: Förderanträge stellen

Das ist einer der häufigsten Fehler: Förderanträge werden zu spät oder gar nicht gestellt. Merke: Kein Förderantrag darf nach der Auftragsvergabe gestellt werden.

Förderprogramme prüfen und beantragen

  • [ ] BEG Einzelmaßnahmen (BAFA): Für Heizung, Dämmung, Fenster – Antrag vor Auftragsvergabe
  • [ ] KfW 261 (Effizienzhaus): Für Komplettsanierung – Antrag vor Baubeginn
  • [ ] L-Bank Wohnraum (Baden-Württemberg): Zinsgünstige Darlehen
  • [ ] Stuttgarter Klimaschutzprogramm: Städtische Zuschüsse prüfen
  • [ ] KfW 455-B (Barrierefreiheit): Bei barrierefreien Umbaumaßnahmen
  • [ ] Pflegekasse: Bei Pflegebedürftigkeit bis 4.000 € für Umbaumaßnahmen
  • [ ] Denkmalschutz-Förderung: §7i/10f EStG für denkmalgeschützte Gebäude

Eine vollständige Übersicht aller aktuellen Förderprogramme finden Sie in unserem Ratgeber [Sanierungsförderung Stuttgart 2025](/ratgeber/sanierung-foerderung-stuttgart-2025).

Phase 4: Handwerker auswählen und beauftragen

Angebote einholen

  • [ ] Mindestens 3 Vergleichsangebote pro Gewerk einholen
  • [ ] Angebote auf Vollständigkeit prüfen: Alle LV-Positionen müssen angegeben sein
  • [ ] Referenzen prüfen: Mindestens 2–3 abgeschlossene Vergleichsprojekte
  • [ ] Handwerkskammer-Mitgliedschaft prüfen: HWK Region Stuttgart
  • [ ] Haftpflichtversicherung nachfragen: Mindestens 1 Mio. € Deckungssumme
  • [ ] KfW-Experten-Zulassung prüfen (bei geförderten Maßnahmen)

Auftragserteilung

  • [ ] Schriftlicher Werkvertrag: Leistungsbeschreibung, Preis, Termine, Zahlungsplan
  • [ ] Zahlungsplan vereinbaren: Nie mehr als 30 % Voraus, Rest nach Abnahme
  • [ ] Abnahmeprotokolle vereinbaren: Schriftliche Dokumentation vereinbaren
  • [ ] Gewährleistungsfristen klarstellen: 5 Jahre für Bauwerke nach BGB §634a

Mehr zu geprüften Handwerkern unter [Geprüfte Handwerker finden Stuttgart](/ratgeber/gepruefte-handwerker-finden-stuttgart).

Phase 5: Vorbereitung der Baustelle

  • [ ] Baugenehmigung einholen (sofern erforderlich): Stadt Stuttgart / Bezirksamt
  • [ ] Nachbarn informieren: Besonders bei Lärm und Staub durch Abbruch
  • [ ] Parkflächen/Baustelleneinrichtung klären: Stuttgarter Baustellenrichtlinien beachten
  • [ ] Möbel ausräumen und schützen: Staubschutz für nicht betroffene Bereiche
  • [ ] Notunterkünfte organisieren (bei Kernsanierung oder Badumbau)
  • [ ] Versorgungsleitungen absperren: Gas, Wasser, Strom für Abbrucharbeiten
  • [ ] Schadstoffentsorgung beauftragen (Asbest, PAK, PCB): Fachentsorgung durch zugelassenen Betrieb

Phase 6: Bauausführung und Kontrolle

Während der Bauphase

  • [ ] Bautagebuch führen: Tägliche Dokumentation von Arbeiten, Lieferungen, Vorfällen
  • [ ] Regelmäßige Baubegehungen: Mindestens wöchentlich den Baufortschritt prüfen
  • [ ] Mängel sofort dokumentieren: Fotos, schriftliche Notizen, Kontakt zum Handwerker
  • [ ] Planungsänderungen schriftlich festhalten: Kein Nachtrag ohne schriftliche Bestätigung
  • [ ] Material-Lieferungen prüfen: Entspricht die Lieferung dem bestellten Material?

Baubegleitung

  • [ ] Baubegleiter beauftragen: Unabhängigen Fachmann für Qualitätskontrolle einschalten
  • [ ] Für KfW-Projekte: KfW-Baubegleitung durch Energieeffizienz-Experten sicherstellen

Mehr zur Baubegleitung in unserem Artikel [Baubegleitung Stuttgart](/ratgeber/baubegleitung-stuttgart).

Phase 7: Abnahme und Abrechnung

Abnahme

  • [ ] Abnahmebegehung durchführen: Mit Baubegleiter oder Sachverständigen
  • [ ] Mängelprotokoll erstellen: Alle festgestellten Mängel schriftlich dokumentieren
  • [ ] Nachbesserungsfristen setzen: Handwerker zur Mängelbeseitigung auffordern
  • [ ] Erst nach Mängelbeseitigung: Vollständige Schlusszahlung leisten
  • [ ] Dokumentation aufbewahren: Alle Rechnungen, Pläne, Abnahmeprotokolle sicher archivieren

Abrechnung und Förderung

  • [ ] Rechnungen prüfen: Entsprechen die Positionen dem Angebot und dem tatsächlich Ausgeführten?
  • [ ] Fördernachweise einreichen: Rechnungen, Bestätigungen, Energieberater-Testat beim BAFA/KfW
  • [ ] Steuerliche Abzüge prüfen: Handwerkerleistungen bis 1.200 € pro Jahr absetzbar (§35a EStG)
  • [ ] Energieausweis aktualisieren: Nach energetischen Maßnahmen neuen Bedarfsausweis erstellen

Phase 8: Nach der Sanierung

  • [ ] Wartungsverträge abschließen: Heizungsanlage, Lüftungsanlage, Aufzug
  • [ ] Bedienungsanleitungen archivieren: Für alle technischen Anlagen
  • [ ] Mängel in Gewährleistungszeit überwachen: Erst gegen Ende der 5-jährigen Frist final prüfen
  • [ ] Energieverbrauch dokumentieren: Abgleich Soll-/Ist-Verbrauch nach erster Heizperiode
  • [ ] Gutachterliche Bestätigung (bei KfW-Effizienzhaus): Energieberater bestätigt erreichten Standard

Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Förderantrag vergessen oder zu spät gestellt: BAFA-Anträge müssen zwingend vor der Auftragsvergabe gestellt werden.
  • Unvollständige Angebote angenommen: Ein Angebot ohne detaillierte Positionen lässt zu viel Interpretationsspielraum – immer Leistungsverzeichnis verlangen.
  • Zu hohe Vorauszahlungen: Nie mehr als 30 % vorab bezahlen. Der Rest erst nach Abnahme.
  • Keine schriftliche Dokumentation: Mündliche Absprachen führen bei Streit zu nichts. Alles schriftlich festhalten.
  • Mängel nicht sofort beanstanden: Mängel müssen zeitnah gemeldet werden, sonst kann der Handwerker die Verantwortung ablehnen.

Sanierung in Stuttgart: Bina Bau begleitet Sie

Bina Bau unterstützt Eigentümer in Stuttgart und der Region bei allen Phasen der Sanierung: von der ersten Bestandsaufnahme, der Vermittlung geprüfter Handwerker über die Koordination der Gewerke bis zur Abnahme. Unser transparentes System gibt Ihnen jederzeit den Überblick über Ihren Projektstand – ohne Interessenkonflikt.

Nutzen Sie unseren [Sanierungsrechner](/rechner) für eine erste Kostenschätzung oder informieren Sie sich auf [binabau.de](https://binabau.de) über unsere Leistungen.

Häufig gestellte Fragen

Wann muss der Förderantrag für eine Sanierung gestellt werden?+
Für BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) und KfW-Programme muss der Förderantrag zwingend vor der Auftragsvergabe an den Handwerker gestellt werden. Wer erst nach dem Auftrag den Antrag stellt, verliert den Förderanspruch vollständig.
Was sollte in einem Werkvertrag mit Handwerkern stehen?+
Ein Werkvertrag sollte enthalten: genaue Leistungsbeschreibung (Leistungsverzeichnis), Festpreis oder Einheitspreise, Ausführungstermine, Zahlungsplan (max. 30 % Vorauszahlung), Abnahmeprotokoll-Vereinbarung und Gewährleistungsfrist (5 Jahre nach BGB).
Wie viel Puffer soll ich bei der Sanierungskalkulation einplanen?+
Planen Sie mindestens 10–20 % des kalkulierten Budgets als Puffer ein. Bei Altbauten, älteren Gebäuden oder unklarem Zustand der Substanz empfehlen sich 20–30 %. Unerwartete Schäden wie Asbest, Feuchtigkeit oder veraltete Leitungen kommen häufig vor.